Knochenaufbau

Ein solides Fundament ist die Basis für den Erfolg

Eine wichtige Voraussetzung für eine Implantation mit guter langfristiger Prognose ist ein in ausreichender Breite, Höhe und Qualität vorhandener Kieferknochen. Das Vorhandensein qualitativ guten Knochens ist ebenso entscheidend für den Erfolg einer Implantation wie die Fähigkeiten des Implantologen. Bildlich gesprochen ist der Knochen das Fundament für das Implantat. Jeder, der schon einmal ein Haus gebaut hat, weiss, dass das Fundament von entscheidender Bedeutung ist.

Ähnlich verhält es sich bei Implantaten

Knochen, der hart und in ausreichender Mengen vorhanden ist, wirkt sich positiv auf die Implantation aus. Im Idealfall ist sogar eine sofortige Implantation und Belastung möglich (“Zähne in einer Stunde”).

Dies ist leider nicht immer der Fall. So ist z.B. nach Extraktionen von Zähnen (nach dem „Ziehen“ von Zähnen) häufig zu beobachten, dass der Knochen abnimmt (Atrophie), da die Stimulierung durch den fehlenden Zahn ausbleibt. Andere Faktoren, die die Knochenqualität und das Knochenangebot beeinflussen, sind Parodontitis, Nikotion, Alkohol, Medikamente, Betäubungsmittel sowie Traumata (Unfälle).

Ist der Knochen hingegen weich, so muss dieser z.B. verdichtet werden und wenn zu wenig Knochen vorhanden ist, muss dieser erst durch Augmentationstechniken angereichert werden. Die Erfahrung zeigt, dass je schneller man aktiv wird, desto weniger Aufwand betrieben werden muss.

Die Zeit ist ein entscheidender Faktor. Im Idealfall wird der Knochenaufbau frühzeitig erkannt und wir können mit den richtigen Maßnahmen den Abbau bereits im Vorfeld verhindern.

 

Sinuslift – Methode:

Sinuslift erforderlich - das Knochenangebot für ein Implantat ist zu gering
Sinuslift erforderlich – das Knochenangebot für ein Implantat ist zu gering

Bei fehlenden Zähnen des Oberkiefers geht der Kieferkamm nach und nach zurück und die Sinushöhle dehnt sich aus. Dieser Prozess ist umso ausgeprägter, je mehr Zeit zwischen Extraktion und Implantation liegt. Dieser Effekt wird auch durch Prothesen hervorgerufen. Der Kaudruck einer Prothese auf den Sinusboden trägt zu einem Rückgang desselben bei.

Die Folge ist, dass das Knochenangebot für ein Implantat häufig nicht ausreicht. Dieser Prozess lässt sich durch einen „Sinuslift“ umkehren. Dabei wird die Kieferhöhle vorsichtig angehoben und in neu entstandenen Hohlraum (Eigen-)Knochen bzw. synthetisches Knochenersatzmaterial eingebracht. In der Folgezeit wird das Knochenmaterial biochemisch abgebaut, resorbiert und durch neu einwachsenden Knochen ersetzt („replace resorption“). Auf diese Weise wird die Knochenschicht des Sinusbodens verdickt.

Geschlossener Sinuslift – Vorgehensweise:

Bei dem geschlossenen Sinuslift erfolgt der Zugang über das Implantatbett, d.h. über den Kanal, in den später das Implantat eingebracht wird. Bei dieser Vorgehensweise werden der Sinuslift und das Implantat in der selben Sitzung gesetzt.

Offener Sinuslift – Vorgehensweise:

Sinuslift erfolgreich durchführt - das neue Implantat ist von Knochen umgeben
Sinuslift erfolgreich durchführt – das neue Implantat ist von Knochen umgeben

Die zweite Variante, der offene Sinuslift, wird nur durchgeführt, wenn die Restknochenhöhe sehr gering (ca. 1 – 5 mm) ist. Der Zugang erfolgt über ein dafür geschaffenes Fenster in der Kieferhöhlenwand. Ein sofortiges Einbringen des Implantats ist nicht möglich. Die Implantation erfolgt ca. 6 Monate danach.

Risiken:

Ein Sinuslift ist ein operativer Eingriff, daher bestehen auch die übliche Operationsrisiken, wie Schädigung von Nerven, Blutungen, Eröffnung der Kieferhöhle und Beschädigung von Nachbarzähnen. Diese Risiken treten nur in seltenen Fällen auf und lassen sich mit optimaler Vorbereitung und Durchführung minimieren.

Kosten:

Eine Kostenschätzung erfolgt nach Diagnose. Der Knochenaufbau ist immer ein individueller Prozess, der nicht unterschätzt werden sollte.

Fragen:

Gibt es Alternativen zum Sinuslift?

Es gibt Situation, in denen die Knochenbreite und Qualität gut sind und nur die Höhe zu gering für reguläre Implantate ist. Unter diesen Voraussetzungen besteht die Option mit so genannten „Mini“Implantaten zu arbeiten. Der Vorteil der MiniImplantate liegt darin, dass kein Sinuslift notwendig ist. Dem gegenüber steht, dass die empirische Langzeiterfahrung eine geringere Basis hat als die Kombination Sinuslift in Verbindung mit regulären Implantaten.

Ob im Einzelfall ein Sinuslift oder ein MiniImplantat die bessere Alternative ist, muss individuell entschieden werden. Unser Bestreben ist es, stets so minimalinvasiv wie möglich vorzugehen, dies deckt sich mit der Philosphie der MiniImplantate.

 

Beide Methoden dienen zur Implantatversorgung von schmalen Kiefern. In diesem Fall muss zuerst eine Verbreiterung des Kieferkamms erfolgen, bevor eine Versorgung mit Implantaten möglich ist.

Mit dem Bone Spreading bzw. Bone Splitting wird der Kieferkamm ein wenig gespreizt und „verbreitert“, damit dieser ein Implantat aufnehmen kann.

Die Verbreiterung erfolgt bei diesen Verfahren üblicherweise mit mit speziellen, schraubenförmigen Verdichtungs- und Spreizinstrumenten bzw. mit speziellen Keilen.

Voraussetzung für die Anwendung dieser Verfahren ist, dass der Kiefer eine Mindestbreite von 2–3mm  und eine Restknochenhöhe von mind. 12-14mm aufweist.

Oftmals wird der entstandene Spalt zusätzlich mit körpereigener Knochensubstand bzw. Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Die Implantate können ggf. im Anschluss an den Eingriff bzw. nach der Einheilphase von mehrere Monaten eingesetzt werden.

Es handelt sich um ein schonendes Verfahren zum Knochenaufbau, mit dem  minimal-invasive Eingriffe möglich sind.

 

Weitere augmentative Verfahren:

  • Socket Preservation
  • Bonecondensing
  • Transplantation
  • Regeneration

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